Marietta & Cäcilie Stiftung Hamburg – Malawi
„Man muss die Menschen emotional ansprechen“
Das südostafrikanische Malawi ist Enke Cäcilie Jansson ans Herz gewachsen. Für ihre Stiftungsarbeit gewinnt sie kontinuierlich neue Mitstreiter. Wie macht sie das?
Frau Jansson, Sie planen derzeit die Ausstattung eines Dentallabors am Mua Mission Hospital, gelegen in einer ländlichen und armen Gegend in Malawi. Dafür brauchen Sie Unterstützer. Wie gehen Sie vor?
Enke Cäcilie Jansson: Netzwerken ist das A und O. Ich bin oft unterwegs, sei es bei Rotary Clubs oder in anderen gemeinnützigen Organisationen. Dabei spreche ich gezielt Menschen an, wie die plastische Chirurgin Dr. Gie Vandehult, die in Kliniken in Europa und im Mittleren Osten arbeitet und seit Jahrzehnten ehrenamtlich beispielsweise in Madagaskar operiert. Inzwischen waren wir dreimal mit schwedisch-deutschen Teams in Malawi. Wenn die Leute sehen, dass ich mit voller Überzeugung hinter dem Projekt stehe, und sie das Gefühl haben, mir vertrauen zu können, fühlen sie sich inspiriert, selbst einen Beitrag zu leisten.

Tagsüber arbeitet Enke Cäcilie Jansson in ihrem Atelier in Techau bei Lübeck. Nach Feierabend kümmert sie sich im angrenzenden Arbeitszimmer um ihre Stiftung
Sie haben als studierte Grafikdesignerin viele Jahre in der Werbung gearbeitet. Die Mitgründerin Ihrer Marietta & Cäcilie Stiftung, Marietta Westphal, ist Fernsehjournalistin. Hilft Ihnen das Wissen um Kommunikation beim Fundraising?
Jansson: Ja, absolut. In meinem Beruf habe ich gelernt, dass es das Wichtigste ist, eine klare und überzeugende Geschichte zu erzählen. Es geht nicht nur um Zahlen und Fakten – man muss die Menschen emotional ansprechen. Sie müssen verstehen, warum das Projekt so bedeutsam ist, und spüren, dass man wirklich dafür brennt. Dann kommt es im Fundraising darauf an, den Menschen verschiedene Wege aufzuzeigen, wie sie uns auf den Entwicklungsstufen unterstützen können.
Zum Beispiel?
Jansson: Nicht jeder kann große Spenden leisten, doch viele sind bereit, ihre Zeit und ihr Wissen einzubringen. Interessierten erkläre ich etwa, dass wir für unsere Arbeit in Malawi und die Kommunikation im Team ausrangierte Handys und Laptops benötigen. Inzwischen habe ich jemanden gefunden, der die Daten von alten Smartphones löscht und sie dadurch für die Wiederverwertung vorbereitet. Das hilft enorm.
Ihre Begeisterung steckt an. Verraten Sie uns Ihr Geheimrezept?
Jansson: Kommunikation ist alles. Viele Menschen haben das Gefühl, ihr Engagement sei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Dann erzähle ich von einem unserer Projekte, bei dem wir Frauen über die Möglichkeiten zur Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs aufgeklärt haben. In der Region, in der wir tätig waren, stieg die Impfrate innerhalb kürzester Zeit deutlich an. Solche Erfolge zeigen, dass selbst kleine Beiträge einen großen Unterschied machen – ja sogar Leben retten können.