Becker-Kerner-Stiftung
Eine Familie, die Freude spendet

Ex-Profisportlerin Britta Becker-Kerner und Fernsehmoderator Johannes B. Kerner eint ihre Leidenschaft für Musik und Sport. In der gemeinsamen Becker-Kerner-Stiftung, die Kindern und Jugendlichen zugutekommt, wirken längst auch Tochter Emily und Sohn Nik mit.

Illustration: Julia Pfaller
Bild oben rechts: Ein Konzert steht an: großer Andrang in der Berliner Philharmonie
Bild unten links: Bekanntes Gesicht – gute Laune: Schauspieler Elyas MʼBarek
»Die Atmosphäre mit 2.000 vor Freude kreischenden Kindern ist einfach toll.«
Johannes B. Kerner
Es gibt Momente, die bleiben im Gedächtnis. Für Johannes B. Kerner ist es eine Gruppe von Schulkindern, die zum ersten Mal in ihrem Leben auf dieser Rolltreppe stehen. Sie fahren mit der „Tube“, der längsten Rolltreppe Deutschlands, die Elbphilharmonie empor – zu ihrem allerersten Konzert dieser Art. Im Saal mit den terrassenförmig angelegten Rängen rund um die Bühne erleben sie eine besondere Zeit. Nicht nur wegen der Musik, sondern auch, weil sich ihnen eine neue Welt eröffnet. „Mit unserer Stiftung möchten wir genau das erreichen“, sagt Britta Becker-Kerner aus dem Vorstand. „Unser Wunsch ist, Kindern und Jugendlichen, die selten die Gelegenheit dazu haben, Kultur und Sport näherzubringen und ihnen auf diese Weise neue Perspektiven aufzuzeigen. Einige von ihnen entdecken dabei ihre Liebe zur Musik oder Literatur.“
Die Elphi – ein Wahrzeichen für alle
2019 richteten die ehemalige Hockey-Nationalspielerin Britta Becker-Kerner und der Fernsehmoderator Johannes B. Kerner erstmals eine Veranstaltung für Kinder in der Elbphilharmonie aus. Das Schulprojekt „Elphikinder“ war ein solcher Erfolg, dass es inzwischen mehrere Termine im Jahr gibt. Eingeladen sind Schüler, die eher nicht mit privatem Instrumentalunterricht aufwachsen. „Die Elbphilharmonie gehört zu 95 Prozent der Hansestadt Hamburg und damit allen Menschen, die hier leben“, findet Johannes B. Kerner. „Trotzdem kennen viele Kids das neue Wahrzeichen ihrer Heimat nicht von innen. Wir laden deshalb Fünft- und Sechstklässler aus Hamburger Stadtteilschulen sowie ihre Musiklehrer zu einer Konzertfassung des Kinderbuchs ‚Emil und die Detektive‘ ein“, erzählt der Wahlhamburger.

Hoch hinaus gehtʼs zu den Konzertsälen der Elphi – allein das ist ein unvergessliches Erlebnis
Durch die Stiftung teilen Britta Becker-Kerner und Johannes B. Kerner ihr eigenes Lebensglück und geben es an die nächste Generation weiter. Britta Becker-Kerner wuchs in der Opelstadt Rüsselsheim auf. Sie erinnert sich an freie Nachmittage draußen in der Natur und das Abtauchen in Bücher von Erich Kästner. Als sie acht Jahre alt war, ermöglichten ihre Eltern ihr das Hockeyspielen. Schnell erwies sie sich als talentiert. Besonders gefördert, mauserte sie sich zur Leistungssportlerin. 160 Kilometer von Rüsselsheim entfernt erlebte Johannes B. Kerner in der Beethovenstadt Bonn ebenfalls eine unbeschwerte Kindheit. Der Sohn eines Regierungsbeamten besuchte ein Gymnasium in Bad Godesberg, er lernte Klavier und träumte davon, Sportmoderator zu werden.
»Für mich steht der Unterricht auf dem Klavier ganz weit oben auf meiner Bucketlist.«
Britta Becker-Kerner
Musik gehört zum Leben dazu
Dieser Wunsch ging in Erfüllung, als Kerner später in Berlin studierte. Während eines Praktikums beim Sender Freies Berlin erkannte man sein Talent. Kerner erinnert sich an seine erste Wohnung in Berlin als Nachbar des Konzertmeisters der Berliner Philharmoniker. „Ich habe gerne zugehört, wenn Hellmut Stern auf dem Balkon Geige spielte. Mit seinem Sohn habe ich Fußball gekickt“, erzählt der heute 60-Jährige. Für Britta Becker-Kerner, die elfmal Deutsche Meisterin wurde, vierzehnmal den Europapokal der Damen gewann und bei den Olympischen Spielen in Barcelona die Silbermedaille holte, gehört Musik ebenfalls seit jeher zum Leben dazu: „Alle unsere Kinder haben Klavier gelernt, und für mich steht der Unterricht auf dem Instrument ganz weit oben auf meiner Bucketlist“, so die Unternehmerin.
Promis als Unterstützer
Als Johannes B. Kerner 2009 die Anteile an seiner Fernsehproduktionsfirma verkaufte, stand für die damaligen Eheleute fest, dass sie das eingenommene Geld für einen guten Zweck einsetzen wollten. Sie unterstützten mit der Becker-Kerner-Stiftung zunächst unterschiedliche Sportvereine und Kultureinrichtungen, dann hoben sie 2019 ihr Format „Elphikinder“ aus der Taufe.

Hochkarätige Mitglieder und bekannte Gesichter unterstützen das Projekt: So gibt bei den Konzerten das Musikkorps der Bundeswehr den Ton an. Außerdem liest ein prominenter Überraschungsgast aus Erich Kästners Kinderbuch „Emil und die Detektive“ vor. So stand beim ersten Event Rapper Sido auf der Bühne und trug Passagen aus dem Roman vor. Später folgten der Schauspieler Elyas MʼBarek und die Sängerin Zoe Wees, die als Highlight ihre Erfolgsballade „Control“ vortrug. Außerdem konnten die Kinder den beliebten HSV-Fußballer Moritz Heyer erleben. „Die Atmosphäre mit 2.000 vor Freude kreischenden Kindern ist einfach toll“, schwärmt Kerner, der die Events zusammen oder abwechselnd mit Britta Becker-Kerner moderiert.
Auch der Nachwuchs packt mit an
Neben den prominenten Eltern sind auch die beiden ältesten Kinder, die 26-jährige Emily und der 23-jährige Nik, in der Stiftung aktiv. Das gemeinsame Engagement funktioniert gut: „Auseinandersetzungen gibt es fast nie, wir sind uns bei der Auswahl der Projekte immer schnell einig“, verrät die 51-jährige Mutter. So entstehen Ideen für neue Formate wie die „Philikinder“, das neugierigen Kindern seit 2023 die Berliner Philharmonie näherbringt. Ganz frisch im Programm der Becker-Kerner-Stiftung sind die „Tonhallenkids“. Bei dieser Veranstaltung laden die Stifter Schüler in den Mendelssohn-Saal der Düsseldorfer Tonhalle zum Konzert ein.
Egal, ob in Hamburg, Berlin oder Düsseldorf – die Familie freut sich darauf, mit der Stiftung viele Kinder glücklich zu machen. „Und vielleicht haben ja auch unsere beiden jüngeren Töchter, Polly und Jilly, Lust, sich zu engagieren, wenn sie volljährig sind“, kann sich der Vater gut vorstellen. Die Chancen stünden gut, denn die Arbeit in der Stiftung mache allen Mitgliedern großen Spaß.