Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Klaus-Peter Beckmann Stiftung

Der Bildung verschrieben

Klaus-Peter Beckmann baute zu Lebzeiten aus dem Nichts ein internationales Firmenimperium auf. Sein Vermögen vermachte er seiner Stiftung. Diese hat das Ziel, die Bildungschancen junger Menschen zu verbessern. Das Engagement trägt bereits erste Früchte.

Ein Start ins Leben war nicht einfach: 1945 unehelich geboren und von einem strengen Adoptivvater erzogen, wuchs Klaus-Peter Beckmann in Hamburg auf. Erst mit 18 Jahren erfuhr er zufällig von seiner Adoption und der Existenz seiner biologischen Familie. „Diese Entdeckung prägte und motivierte ihn zugleich“, sagt Boris Wannow, langjähriger Freund und heute Vorstandsmitglied seiner Stiftung.
 

Aus der Lebensgeschichte gereift

2019 verstarb Klaus-Peter Beckmann unerwartet im Alter von 73 Jahren. Als Haupterbe seines Vermögens hatte er eine kurz zuvor gegründete Treuhandstiftung eingesetzt, die seinen Namen trägt. Die Klaus-Peter Beckmann Stiftung gehört zu den Großen unter dem Dach der Haspa Hamburg Stiftung. Ihr Stiftungszweck: „eine angemessene Unterstützung für bessere Bildungschancen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Familien mit Unterstützungsbedarf zu gewährleisten“.

Für Beckmann galt Zeit seines Lebens das Motto: Jeder, der Willen, Potenzial und Entschlossenheit besitzt, habe eine Chance verdient, seine Visionen zu verwirklichen. Dieser Fokus hat viel mit der Lebensgeschichte des Stifters zu tun und natürlich mit dem Verhältnis zu seinem Vater, der ihm nicht viel zutraute. Als der damals 20-Jährige nach seiner Ausbildung zum Fotografen die Chance erhielt, in Verona eine lithografische Firma zu leiten, winkte der Vater ab: „Das wird doch nichts.“  

Er sollte nicht recht behalten: In den 1960er-Jahren herrschte Aufbruchstimmung. Beckmann stürzte sich nach hanseatischer Kaufmannsmanier und in seiner ganz eigenen unkonventionellen Art in die Arbeit. Er reüssierte in Italien, machte sich mit einem Reproduktionsbetrieb in Hamburg selbstständig und expandierte weltweit: Zu den Hochzeiten seiner Firma beschäftigte er mehr als 500 Mitarbeitende, etwa in Großbritannien, Thailand, Italien. Zu seinen Kunden zählten Tageszeitungen, Fernsehzeitungen, renommierte Magazine, insbesondere auch Versandhäuser – damals wurden Waren noch per Katalog bestellt.

Aus dem Nichts habe Klaus-Peter Beckmann ein Imperium aufgebaut, berichtet Finanzexperte Stefan Gerwing – neben Boris Wannow und Marcus Buschka im Vorstand der Klaus-Peter Beckmann Stiftung. Beckmann sei ein „echter Selfmademan“ gewesen, beschreiben Wannow und Gerwing. Von seinem Unternehmen trennte er sich erst im Alter von 72 Jahren. Ungefähr zu dieser Zeit kam auch die Idee zur Stiftung auf, ausgelöst durch die einfache Frage: „Wer soll dein Vermögen eigentlich mal erben?“   
 

Alles vorher geregelt

Beckmann, kinderlos, gründete die Klaus-Peter Beckmann Stiftung. Als er ein Jahr später starb, war die eigentliche Stiftungsarbeit noch nicht angelaufen. Glücklicherweise hatte er noch Boris Wannow und Stefan Gerwing als Testamentsvollstrecker benannt. „Ein Testamentsvollstrecker ist entscheidend, da ohne ihn wichtige Angelegenheiten wie die Auflösung einer Wohnung oder der Verkauf eines Autos oft nicht geregelt werden können“, erklärt Gerwing. 

Jetzt, wo so gut wie alle Immobilien Beckmanns in Deutschland, England und anderswo auf der Welt veräußert sind, kommt alles ins Rollen: „Wir schauen uns jedes Projekt, das in die engere Auswahl kommt, persönlich an“, erläutert Stefan Gerwing. Er steht auch der PaulaStiftung vor, die ebenfalls unter dem Dach der Haspa Hamburg Stiftung angesiedelt ist. Das schaffe gute Synergieeffekte: „Wir können Projekten der PaulaStiftung (wir-sind-paula.de), die gut in unser Profil passen, zusätzlich unter die Arme greifen“, erklärt Gerwing. So seien sie auf die „Coolen ElbStreicher“ aufmerksam geworden, wo Kinder ohne Noten Instrumente lernen und im Orchester spielen. „Für dieses Projekt sind wir gemeinsam mit der PaulaStiftung Hauptsponsor“, sagen die beiden ein wenig stolz.

Studierende der Universität Hamburg bei der Verleihung der Deutschlandstipendien. Auch die Klaus-Peter Beckmann Stiftung unterstützt Stipendiaten

Projekte verlässlich unterstützen 

Überzeugt hat sie auch das Konzept des Deutschlandstipendiums (siehe auch Beitrag auf Seite 14), bei dem sie 2024 bereits 25 Hamburger Studierende finanziell unterstützten und das sie auch weiterhin fördern möchten. Ebenso sinnstiftend erscheint ihnen die Arbeit des Zentrums für junge Hochbegabte Hamburg mit Sitz in den Colonnaden, wo besondere Talente von Kindern gefördert werden. 

Ihr Ziel sei es, insgesamt etwa zehn Projekte kontinuierlich zu begleiten, damit diese Planungssicherheit haben. Von diesem Engagement erzählt nun auch die neu konzipierte Webseite www.beckmann-stiftung.de. Sie macht sichtbar, wie kostbar das Erbe von Klaus-Peter Beckmann heute ist.